Samstag, 13. März 2010

Johan und seine Unihockey-Vergangenheit!

Beim FC Zürich sind die unterschiedlichsten Spieler unter Vertrag. Romands, Schweden, Franzosen, Italiener…und woher sie sonst noch alle kommen…das Team ist eine Multi-Kulti-Truppe. Als ich kürzlich bei einem Mannschaftsessen einigen Spielern über meine sportliche Vergangenheit erzählt habe, erwähnte ich natürlich auch Unihockey. Die Reaktionen waren unterschiedlich…“Unihockey? Das ist doch die Sportart bei der Schwedenkästen als Tore und die Bänklis als Bande genutzt werden“, meinte Goalie Johnny Leoni. „Uni..what?“ …war die Frage unseres Nigerianers Onyekachi Okonkwo kurz Tico genannt. „Floorball? What’s that?“ Die Fragerei nahm beim verdutzten Afrikaner kein Ende. Bevor ich nur den Ansatz einer Erklärung geben konnte war es zu meiner Überraschung Johan Vonlanthen, der seinem Teamkollegen ganz genau sagte, worüber der Medienchef gerade gesprochen hatte. „ Weisst du Tico, auch ich habe Unihockey gespielt. In der Schule habe ich es
geliebt, es war der ideale Ausgleich zu Fussball….und he Tico: ich war nicht mal so schlecht“, erzählt der Schweizer Nationalspieler.

Der Nigerianer verstand zwar immer noch „Bahnhof“ immerhin aber wurde ihm bewusst, dass ich nicht der einzige Schweizer bin, der Unihockey kennt. „Und wie spielt man Unihockey“, fragte er Vonlanthen. „Du brauchst einen Stock, einen Plastikball mit vielen Löchern und schon kann es losgehen“, erklärte ihm Johan. Es war köstlich den beiden zuzuhören. Vor allem den Gesichtsausdruck unseres nigerianischen Mittelfeldspielers hätte man fotografieren müssen. Was mag sich Okonkwo in diesem Moment gedacht haben? Was hat er sich vorgestellt, wenn er an die Sportart Unihockey dachte? Nach einigen Minuten zog er sein Fazit: „How funny…you play hockey with plastic-sticks on the ice…“ Johan Vonlanthen übte sich in Geduld. Erneut erklärte er seinem Teamkollegen fast schon rührend worum es geht. Nun schien Tico verstanden zu haben. Unihockey sei eine Sportart, in der die Schweizer wohl brillieren müssen. Ob auch Nigeria eine Nationalmannschaft stelle fragte er dann. Die Enttäuschung war gross als er erfuhr, dass in seinem Heimatland die Wörter „Unihockey“ oder „Floorball“ genauso unbekannt sind wie uns beispielsweise eine nigerianische Spezialität, nämlich Kulikuli (Fleischbällchen)…ist.

Immerhin weiss Onyekachi Okonkwo heute worüber sein Teamkollege Johan Vonlathen gesprochen hat. Mein Freund Johan überrascht mich immer wieder. Alles hätte ich ihm zugetraut nur nicht eine Unihockey-Vergangenheit. „Mit meiner Schnelligkeit und meiner Stocktechnik war ich der beste Spieler der Klasse“, erklärt der schweizerisch-kolumbianische Doppelbürger. „Wir müssen mal ein Mätschli organisieren, dann zeige ich dir was ich meine. Zieh dich warm an amigo“, fügte er hinzu. Als er mir dann den SV Wiler-Ersigen als aktuell bestes Männerteam im Schweizer Unihockey nannte, da war ich also definitiv verblüfft. Fazit: Unihockey ist wenn der Nigerianer beim FCZ eine neue Welt entdeckt und nun zu Hause in Lagos wer weiss was erzählt…Unihockey ist aber auch, dass die Schweiz mit Johan Vonlanthen wie die Schweden mit Henrik Larsson einen Profi-Fussballer mit einer Unihockey-Vergangeheit hat. Ach ja…inzwischen hat sich auch Goalie Johnny Leoni vergewissern können, dass Unihockey mehr als nur Schwedenkästen und Bänklis ist…

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