Ich habe es in meiner über 12-jährigen Erfahrung im Unihockey-Sport immer wieder gehört:
„Was das söll Unihockey si, was d’ Fraue spielet?“ Diese Aussagen kamen natürlich meist
von männlichen Unihockeyanern…selbst bestandene und angesehene Nationalspieler
liessen mit solchen und ähnlichen Aussagen immer klar erkennen, was sie vom Frauen-Unihockey
halten. Nun gut, es ist natürlich schnell „gefachsimpelt“ und sonnenklar, dass mich diese
Aussagen oft gestört haben. Das Schweizer Frauen-Unihockey darf auf sehr erfolgreiche
Jahre zurückblicken…das darf man einfach nicht vergessen. Ich bin mir aber auch bewusst, dass
es die Herren deutlich schwerer haben einen WM-Titel zu erringen. Trotzdem: in erster Linie geht
es doch im Prinzip um das, was alle wollen oder zumindest immer so tun als ob es ihnen wichtig
ist – es geht um den Respekt! Im Fussball hat es auch Zeit gebraucht, bis die Profis überhaupt
davon Kenntnis genommen haben, dass auch Frauen „ihre“ Sportart betreiben. Die grossen
Clubs (FCZ, Basel, GC und auch YB) haben nun auch seit einigen Jahren Frauen-Teams.
Die FCZ Frauen sind zurzeit amtierende Schweizer Meisterinnen. Der FCZ bekennt sich zu seinen
Frauen! Was wie ein Werbe-Slogan klingt ist Tatsache. Die Fussball-Profis machen es vor.
Gemeinsames Poster und Doppelspiele
Jedes Jahr im Sommer, wenn die neue Saison ansteht kommt es im Stadion Letzigrund zum
Fototermin. Bisher war es reine Männersache. Seit zwei Jahren hat sich dies aber geändert.
Das Frauen-Team und die Profis posieren gemeinsam auf einem Bild. Das Foto wird später
zu einem Poster gedruckt und dieses Poster ist im FCZ-Fanshop ein richtiger Kassenschlager.
Damit aber nicht genug: Zum dritten Mal bereits findet am 17. April nach einem Heimspiel
des FCZ eine Partie der FCZ Frauen im Stadion Letzigrund statt. FCZ Frauen gegen den FC Thun
heisst dann die Affiche. Gut, es bleiben nicht alle Zuschauer im Stadion, aber wer sicher bleibt
sind die Spieler der 1. Mannschaft, die Herren unterstützen auch da das Frauen-Team. Was viele
jetzt nicht gerne lesen ist aber Realität: Der FCZ macht’s vor. Ein klareres Bekenntnis kann
es nicht geben. Deshalb liebe Unihockeyaner: Respekt ist, wenn man nicht nur stolz und
stark lächelt, wenn man ein Frauen-Spiel mitverfolgt. Ich beziehe keine Position und weible
nicht für das Frauen-Unihockey, aber Ehre wem Ehre gebührt und Respekt dem wer respektiert
Der Fussball machts vor.
Giovi Marti

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