Sonntag, 28. März 2010

Gutbezahlte Profis unterstützen den Frauen-Sport

Ich habe es in meiner über 12-jährigen Erfahrung im Unihockey-Sport immer wieder gehört:

„Was das söll Unihockey si, was d’ Fraue spielet?“ Diese Aussagen kamen natürlich meist

von männlichen Unihockeyanern…selbst bestandene und angesehene Nationalspieler

liessen mit solchen und ähnlichen Aussagen immer klar erkennen, was sie vom Frauen-Unihockey

halten. Nun gut, es ist natürlich schnell „gefachsimpelt“ und sonnenklar, dass mich diese

Aussagen oft gestört haben. Das Schweizer Frauen-Unihockey darf auf sehr erfolgreiche

Jahre zurückblicken…das darf man einfach nicht vergessen. Ich bin mir aber auch bewusst, dass

es die Herren deutlich schwerer haben einen WM-Titel zu erringen. Trotzdem: in erster Linie geht

es doch im Prinzip um das, was alle wollen oder zumindest immer so tun als ob es ihnen wichtig

ist – es geht um den Respekt! Im Fussball hat es auch Zeit gebraucht, bis die Profis überhaupt

davon Kenntnis genommen haben, dass auch Frauen „ihre“ Sportart betreiben. Die grossen

Clubs (FCZ, Basel, GC und auch YB) haben nun auch seit einigen Jahren Frauen-Teams.

Die FCZ Frauen sind zurzeit amtierende Schweizer Meisterinnen. Der FCZ bekennt sich zu seinen

Frauen! Was wie ein Werbe-Slogan klingt ist Tatsache. Die Fussball-Profis machen es vor.

 

Gemeinsames Poster und Doppelspiele

 

Jedes Jahr im Sommer, wenn die neue Saison ansteht kommt es im Stadion Letzigrund zum

Fototermin. Bisher war es reine Männersache. Seit zwei Jahren hat sich dies aber geändert.

Das Frauen-Team und die Profis posieren gemeinsam auf einem Bild. Das Foto wird später

zu einem Poster gedruckt und dieses Poster ist im FCZ-Fanshop ein richtiger Kassenschlager.

Damit aber nicht genug: Zum dritten Mal bereits findet am 17. April nach einem Heimspiel

des FCZ eine Partie der FCZ Frauen im Stadion Letzigrund statt. FCZ Frauen gegen den FC Thun

heisst dann die Affiche. Gut, es bleiben nicht alle Zuschauer im Stadion, aber wer sicher bleibt

sind die Spieler der 1. Mannschaft, die Herren unterstützen auch da das Frauen-Team. Was viele

jetzt nicht gerne lesen ist aber Realität: Der FCZ macht’s vor. Ein klareres Bekenntnis kann

es nicht geben. Deshalb liebe Unihockeyaner: Respekt ist, wenn man nicht nur stolz und

stark lächelt, wenn man ein Frauen-Spiel mitverfolgt. Ich beziehe keine Position und weible

nicht für das Frauen-Unihockey, aber Ehre wem Ehre gebührt und Respekt dem wer respektiert

Der Fussball machts vor.

 

 

 

Giovi Marti

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