Abgang durch die Hintertür - schöne Ferien!
Die erstmalige Durchführung der Playoff-Viertelfinals hatte es in sich. Nicht zuletzt dank des Wahlverfahrens und mutigen Entscheiden der Klubverantwortlichen (einige würden im Nachhinein wohl anders entscheiden) kam es zu vier Derbys. Und siehe da: Nach den Viertelfinals waren die Nr. 2, 3, 4 und 5 nicht mehr dabei. Nur noch Wiler-Ersigen konnte verhindern, dass ein Team den Titel holt, das nach dem alten Modus gar nicht die Playoffs erreicht hätte. Dieses Team könnte nun Rychenberg sein, welches als Überraschungsteam schlechthin von Rang 6 aus in den Final vorstiess.
Doch befassen wir uns zuvor mit dem Favoritensterben, welches weder von der Unihockey-Journaille oder den Foren aufgegriffen wurde und selbstredend noch weniger auf den einzelnen Pages der Vereine ein Thema war. Wie schön war es doch jeweils, als man das eigene Scheitern noch mit dem Häme über Niederlagen des SVWE kaschieren konnte. Da war wenigstens noch was los, jetzt herrscht einfach Funkstille. Als zusätzliches Mittel gegen das Eingestehen eines Scheiterns sei jener Spruch empfohlen, den man sich auch beim SVWE schon zu Recht legt im Falle einer Finalniederlage: "There is always a next season"!
Das Favoritensterben in der Analyse
Alligator Malans - weltmeisterliches Missverständnis. Die Enttäuschung der Saison schlechthin. Grosse Aufbruchsstimmung war in Malans dem Vernehmen nach spürbar bei der Ankunft von Weltmeistertrainer Petteri Nykky. Weltmeisterlicher Glanz hielt in der Lust Einzug. Geblieben ist wohl nun ein grosser Frust. Aus 27 Pflichtspielen resultierten gerade Mal 15 Siege. Out im Cup-Achtelfinal gegen den SVWE, Out im Playoff-Viertelfinal gegen Chur. Trotzdem fühlte man sich bemüssigt, auf der Malans Homepage das SVWE-Cuphalbfinalout zu kommentieren und machte aus, dass die Fahnen in Zuchwil wohl auf Halbmast stünden. In der Herrschaft wurden diese dafür schon Ende Februar eingerollt. Jetzt blieb immerhin ein Monat Zeit, die gewieften taktischen Vorgaben des Weltmeistertrainers und das in der Schweiz noch nie gesehene Pass-Spiel ganz ohne Wettkampfdruck zu verfeinern. Schön, dass der „unabhängige“ hauseigene Unihockey-Experte uns mit der Maximalbewertung von den Fähigkeiten Nykkys immerhin erahnen liess, wie dessen Handschrift die Malanser hätte prägen können. Gesehen haben wir es auf dem Feld leider nicht. Aber dann sicherlich im zweiten Jahr unter Nykky, oder folgt dieses etwa gar nicht.? Dann blieben ja immerhin das Erbe der talentierten Junioren, welche der Finne nachhaltig in seinem Team einbaute. All die Youngsters wie Hirschis, Garnier, Danuser, Rindlisbacher, Buff oder Grüter sorgten für Furore. GC Unihockey - falsche Fans und falsches Timing. Die Saison mit vier Pleiten eröffnet, dazwischen erfolgreich ohne Ende, um mit vier Niederlagen aus den Playoffs zu kippen. Irgendwas ist da falsch gelaufen bei den ambitionierten Zürchern - scheint der Fokus jeweils nicht rechtzeitig gefunden zu werden. In den Playoffs bleibt dann halt keine Zeit mehr zur Korrektur. Immerhin können die Grasshüpfer beanspruchen, während den Playoffs die feurigsten Fans in ihren Reihen präsentiert zu haben. Ganz untypisch im Schweizer Sport: GC als Fanmagnet. Dem Letzigrund-Dach sei Dank. Und natürlich hat GC auch eine viel spitzere Feder in seinen Reihen, als die SVWE-Giftspritze, äxgüsi Giftschleuder. Dank diesem hochkarätigen GC-Kolumnisten wissen wir mittlerweile, dass im Unihockeysport alle „Eier haben“ - ausser ausgerechnet die GC-Spieler, welche sich öffentlich beklagten, dass der Vorstand den Gegner ausgewählt habe und nicht die sportliche Leitung. Köniz - ver(sch)worrene Einheit. Trotz unglaublich guter Stimmung im Team und unglaublichem Vertrauen seitens der Trainercrew konnten die Könizer die Halbfinalserie gegen die "Rüpeltruppe" aus Langnau nicht überstehen, obwohl sie doch eigentlich das bessere Team stellten. Denn Köniz hatte ja auch schon während der Saison den Beweis erbracht, dass es sogar den SVWE schlagen könne (auch wenn es nie gelang, war es so auf der Homepage zu lesen). Da waren wohl irgendwie die Sinne verworren. Sinnbildlich auch Calebssons Abgang – quasi durch die Hintertür - verlässt er Köniz, verabschiedet bei einem U21-Spiel, immer noch ohne Meistertitel, dafür die Taschen voller Geld. War Calebsson mit dem Kopf während dem Halbfinal etwa schon bei Pixbo, wo er sich während der Playoff-Serie (!) als neuer Heilsbringer ankünden liess? Ob Pixbo ab März wohl wenigstens sein Honorar übernahm.
Die Heja, Hopp Tigers Den Hut ziehen müssen wir immerhin vor den Tigers Langnau, welche uns diese Überraschungen mit ihrem achten Qualirang beschert haben. Die Tigers sind die Helden schlechthin, haben sie sich doch an den eigenen Haaren aus dem Sumpf gezogen. Wie sie das geschafft haben, hat sicherlich viele Gründe. Spezielle Erwähnung verdient das härzige „Hopp und Heja Tigers“, welches gebetsmühlenartig an jeden Bericht angefügt wird, welche natürlich auch anders als die sabbernden Texte des SVWE daherkommen. Erstaunlich auch die Reaktionszeit bei Siegen und Niederlagen auf der Tigers-Homepage. Die Halbfinalserie gegen Köniz war noch nicht einmal beendet, da schien der Matchbericht schon auf der Homepage publiziert. Auf den Bericht der Niederlage gegen den SVWE in der Qualifikation warten wir heute noch, ebenso auf Zeilen des Tigers-Dichterfürsten zum Ausscheiden im vierten Halbfinalspiel. Oscarverdächtig dafür der Abgang von Philipp Soutter, der sich trotz zwei Cupsiegen, SM-Silber- und Bronze als gescheitert betrachtet. Sein Nachfolger dürfte wohl schon froh sein, wenn er überhaupt zwei Saisons überlebt.
Beschliessen wir unsere Rundreise mit einem Besuch der Galaktischen. Nein, nicht jene von Real Madrid, sondern diejenigen von AIK Stockholm. Seitenweise waren sie nach dem Blitzstart in die Saison in einem schwedischen Unihockeyteam porträtiert worden, als vielleicht bestes Team aller Zeiten apostrophiert. Just in jenen Wochen als SSV Helsinki den Europacupsieg holte, den AIK freiwillig abgab, weil es diesen Titel als „nonvaleur„ einstufte. Nun denn, das beste Team aller Zeiten beendete die Qualifikation in Schweden schliesslich auf Rang drei und muss als einziger Favorit in den Playoff-Viertelfinals in ein fünftes Spiel.
Die Giftspritze ist eine unabhängige Meinungsäusserin, deren Zeilen nicht mit der Meinung der Mehrheit der SVWE-Mitglieder übereinstimmen muss und die insbesondere nicht als Motivationsspritze für die Gegnerschaft angesehen werden will, weil darunter womöglich die erste Mannschaft des SVWE zu leiden hätte. Hopp SVWE! Heja SVWE!




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